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Zuhause und fremd

 In ihrer GFS für Deutsch zeichnete Louisa Kranz, 8a, die Fluchtgeschichte von Abdel aus Syrien nach. Für ihren Vortrag hatte sie sich etwas ganz Besonderes ausgedacht: Abdel begleitete sie in den Unterricht und stellte sich für ein Interview zur Verfügung. Hier seine Geschichte:

Ursprünglich aus Aleppo stammend, floh Abdul mit seiner Familie nach Istanbul. Der Preis für die Flucht betrug 1500 Euro. In der Türkei wollte er eigentlich studieren, was ihm jedoch nicht möglich war. Also machte er sich mit einer Gruppe von 19 weiteren Flüchtlingen auf den Weg nach Deutschland. In einem Schlauchboot, mit 37 Menschen, davon zwei Säuglingen, auf 8 Quadratmetern. Glücklicherweise dauerte die Überfahrt nicht lange und alle kamen heil in Mazedonien an. Weiter ging es über Kroatien und Österreich bis nach Dresden, dann Karlsruhe und schließlich Weinheim.

Überall traf Abdul auf hilfsbereite und freundliche Menschen, die Essen, Kleidung oder andere Dinge anboten. In Weinheim hat er mit Familie Kranz eine „zweite Familie" gefunden, ist sehr dankbar für deren Unterstützung und dafür, dass sie ihn zum Deutschlernen animiert hat. Mit seinen mittlerweile ausgezeichneten Sprachkenntnissen kann er problemlos im Studium bestehen.

Abdel war im Gespräch mit der Klasse sehr offen, erzählte auch davon, dass er selber Vorurteile über Deutschland hatte und Angst davor, hier nicht akzeptiert zu werden. Statt der befürchteten Agressionen begegneten ihm jedoch Offenheit und Herzlichkeit. Mittlerweile hat er viele Freunde gefunden, in der Mehrzahl Deutsche. 

Mit seiner Familie in Istanbul kann er nur über Internet und Telefon Kontakt halten, da weder ihm noch seiner Familie ein Visum im jeweils anderen Land gestattet wurde. Er möchte nun sein Studium beenden, hofft aber, dass der Krieg in Syrien irgendwann vorbei ist und er mit seiner Familie wieder dort vereint ist.

Ein Beitrag aus der 8a fasst zusammen, wie spannend es war, eine Geschichte über "Zuhause und fremd" aus erster Hand zu hören: „Ich habe Respekt vor dem, was Abdel durchgemacht hat, und wie viel Willen und Mut er gezeigt hat auf dem Weg."

Vielen Dank, Louisa für diese tolle Idee!

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